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Der Palmsonntag, die Karwoche und die Feier der Osternacht
Palmsonntag
Am Palmsonntag wird mit der Palmenweihe auf dem Platz vor dem Kindergarten bzw. Pfarrheim und dem feierlichen Einzug in die Pfarrkirche - zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem - alljährlich die Karwoche, auch heilige Woche genannt, eingeleitet.
Die Karwoche schliesst Gründonnerstag und Karfreitag ein und endet mit dem Karsamstag.
Gründonnerstag
Abendmahl, Kreuzestod und Auferstehung Jesu gehören eng zusammen. Daher feiern wir ab Grün- donnerstag drei Tage das Leiden, den Tod und die Auferstehung des Herrn. Der Gründonnerstag erinnert an das Paschamahl, das Jesus als Abschieds- und Hoffnungsmahl vor seiner Gefangennahme mit seinen Jüngern gefeiert hat (Markus 14, 22 ff.). Der Name "Grün"-Donnerstag kann von "gronan", "weinen" ("greinen") abgeleitet werden. Damit waren wohl die Tränen der Büsser gemeint, die in der alten Kirche an diesem Tag nach beendeter Buße wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurden.
Im Gottesdienst am Gründonnerstag wird das Abendmahl gefeiert. Erinnert wird an die Geschichte, wie Jesus seinen Jüngern die Füsse wusch und so seine Dienstbarkeit deutlich machte - Füsse waschen war Sklavenarbeit. Am Ende der Messe wird das Allerheiligste zum Marienaltar getragen und der Hauptaltar leer geräumt, der Tabernakel bleibt nun offen und leer, der Altar schmucklos. Orgel, Altarschellen und Kirchenglocken schweigen nun bis in der Osternacht das "Gloria" erklingt. Die Volksüberlieferung sagt, die Glocken würden in dieser Zeit nach Rom fliegen, um geweiht zu werden.
Mit “Ratschen” laden die Ministranten am Karfreitag und Karsamstag etwa eine halbe Stunde vor der Karfreitagsliturgie und vor der Osternacht die Gläubigen zu den Liturgiefeiern ein.
Vielerorts gibt es auch den Brauch, dass die Kinder durch den Ort bzw. Stadtteil ziehen und mir lautem Klappern ihrer Ratschen an die Gebetszeiten und Andachten erinnern.
Dabei wird oft folgender Spruch gerufen:
“Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruß, den jeder katholische Christ beten muss.”
Karfreitag
Am Karfreitag gedenken wir des Kreuzestodes Jesu; "chara" bedeutet soviel wie "Wehklage", “Trauer” oder “in stiller Trauer”. Die "Feier vom Leiden und Sterben Christi" besteht aus den drei Teilen Wortgottesdienst, Kreuzverehrung und Kommunionfeier. Sie beginnt um 15 Uhr, zur überlieferten Todesstunde Jesu.
Der Wortgottesdienst beginnt mit einer Zeit des Schweigens, zu der sich der Pfarrer als Zeichen der Hingabe auf den Boden hinstreckt. Nach einem Eröffnungsgebet folgen Lesungen aus dem Jesajabuch und dem Hebräerbrief, dazwischen der Gesang von Psalm 31. Höhepunkt der Wortfeier ist der Vortrag der Leidensgeschichte (Passion) nach dem Evangelisten Johannes. Es folgen die Großen Fürbitten, welche die Anliegen der Kirche, der Welt und der Notleidenden in den Blick nehmen.
Die Kreuzverehrung bildet den zweiten Teil der Feier. Das Kreuz wird in den Altarraum gebracht und dort enthüllt und gezeigt. Dann kommen alle Gläubigen zum Kreuz, knien nieder und verehren es. Verschiedene Gesänge begleiten die Kreuzverehrung, darunter die klassischen Improeprien und der Hymnus Pange lingua gloriosi proelium certaminis.
Eine schlichte Kommunionfeier, eingeleitet mit dem Vaterunser und abgeschlossen durch ein Dank- und ein Segensgebet, bildet den dritten Teil des zentralen Karfreitagsgottesdienstes.
Der Kreuzweg
Die Kreuzwegandacht wird in der 40tägigen Passionszeit abgehalten, besonders feierlich jedoch am Karfreitag. In Jerusalem feierte man schon im 3. Jahrhundert die ganze Heilige Woche, indem man den Weg Jesu nachging. Vorläufer der heutigen Kreuzwegandachten sind seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Noch 1590 gab es dabei 12 Stationen, 1625 fügte der spanische Franziskaner Antonius Daza die zwei restlichen hinzu, so dass heute folgende 14 Stationen üblich sind:
1. Jesus wird zum Tode verurteilt 2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern 3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz 4. Jesus begegnet seiner Mutter 5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen 6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch 7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz 8. Jesus begegnet den weinenden Frauen 9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz 10. Jesus wird seiner Kleider beraubt 11. Jesus wird an das Kreuz genagelt 12. Jesus stirbt am Kreuz 13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt. 14. Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.
Den Kreuzweg unserer Pfarrkirche St. Johannes können sie hier betrachten.
Karsamstag
Der Karsamstag ist der letzte Tag der 40-tägigen Fastenzeit, ein Tag der Stille während der Grabesruhe Jesu und der Vorbereitung auf den Feiertag der Auferstehung Jesu, auf Ostern.
Eine eindrucksvolle Darstellung der Kreuzigungsszene zeigt die Pieta, die früher in der Taufkapelle stand und während der Passionszeit auf dem Marienaltar aufgestellt wird. :
  
Osternacht
Ostern ist neben Pfingsten das älteste und es ist das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Pascha(Pessach)-Fest.
Traditionell feiern wir am Karsamstag-Abend die Osternacht. Die Liturgie der Osternachtfeier besteht traditionell aus vier Teilen:
- Die Lichtfeier hat neben dem "Halleluja"-Ruf das Licht als wichtigsten Bestandteil. Auf dem Pfarrplatz wird das "Osterfeuer" entfacht, die Osterkerze daran entzündet und in die (noch) dunkle Kirche getragen. Hinter der brennenden Kerze zieht der Pfarrer und die Ministranten ins Gotteshaus. Dreimal erschallt der Ruf „Lumen Christi“ und das Volk antwortet „Deo Gratias“. Die Mitfeiernden zünden ihre Kerzen an der Osterkerze an. Die Osterkerze wird dann im Altarraum aufgestellt.
- Es folgt das Exsultet, der Lobgesang auf die Osternacht. Danach beginnt der Wortgottesdienst mit den Lesungen aus dem Alten Testament (u. a. von der Erschaffung der Welt und dem Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer). Nach der letzten Lesung singt die Gemeinde den Lobgesang des Gloria. Schließlich stimmt der Priester feierlich das Halleluja an.
- Segnung des Taufwassers. Nach der Segnung des Wassers erneuern alle das Taufbekenntnis..
- Die Eucharistie-(Abendmahls-)feier als Vergewisserung der Gegenwart des Auferstandenen Christus.

Christus ist wahrhaft auferstanden
Die Figur des “Auferstandenen” befindet sich beim Hochaltar (linke Seite).
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