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Weihnachtspredigt 2011

2011-12-24 Christmette (28)Beim Festgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag hielt unser Stadtpfarrer, Regionaldekan Gerhard Pausch eine Predigt zum Thema:

Das Licht der Welt erblicken – Jesus das Licht der Welt - Mir geht ein Licht auf.

„Ein Kind erblickt das Licht der Welt.“ - Sie und ich und wir alle haben das Licht der Welt erblickt.
Wenn ein Kind geboren wird, kommt es aus dem Dunkel des Mutterleibes ans Tageslicht.
„Es werde Licht!“ - Sagt Gott am Anfang der Welt. Licht ist Leben. Gott ist ein Freund des Lebens. Darum möchte er, dass wir das Licht der Welt erblicken.
Aber die Dunkelheit haben wir nicht ein für allemal hinter uns, wenn wir das Licht der Welt erblicken. Die hat Gott sich und uns nicht erspart.

Es gibt Gott sei Dank viele Lichtblicke in unserer Zeit:
Die Aktionen „Lichtblicke“ und „Adventslicht“ oder die „Tafel“ in unserer Region; es gibt Menschen, die sich für andere einsetzen in den Sportvereinen und Musikgruppen, in den Pfarreien und in den Schulen und den vielen sozialen Einrichtungen für Kinder, junge und alte Menschen. Sie sind an der Seite von Menschen, deren Leben verdunkelt ist durch Krankheit und ausweglose Situationen.
Solche Lichtblicke lassen aufleben und Hoffnung schöpfen. Aber die langen Schatten sind nicht aus der Welt geschafft. Täglich berichten uns die Medien, wie dunkel es in unserer 'Welt zugeht: Vor einigen Monaten die Atomkatastrophe in Fukushima, die schlimme Hungersnot in Ostafrika, die täglichen Anschläge im Irak und in diesen 'Tagen in Damaskus, die vielen kleinen und großen Wut- und Gewaltausbrüche in weiten Welt oder hautnah bei uns.
Ja, auch wir haben das Licht der Welt erblickt und ihre Dunkelheit – und leben darin und feiern trotzdem und gerade deshalb Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu.

Vor 2000 Jahren hat Christus das Licht der Welt erblickt. Er ist dorthin gekommen, wo wir sind, dorthin wo Schafställe und Futterkrippen stehen und kein Platz in der Herberge ist. Dorthin, wo Menschen versagen und verzweifeln, dorthin, wo man Gerechte verfolgt und aufs Kreuz legt. - Ihm selber ist es so ergangen.
Ja, er hat das Licht der Welt erblickt – und ihre Dunkelheit.
Johannes beschreibt das weihnachtliche Geschehen mit diesem Satz: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. - Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh1)Wir haben hier das Licht aus Bethlehem. - Dort steht es an der Krippe.
Das Licht aus Bethlehem, das Kind in der Krippe: Es ist der Lichtblick für unsere Zeit.

Ist aber dieses Licht nicht viel zu schwach, als dass es unsere Welt erleuchtet?
2000 Jahre Christentum – und die Welt ist nach wie vor belastet durch Korruption und Affären, zerrissen durch Hunger, Gewalttat und Krieg. Das Christentum selbst hat lange Schatten geworfen bis heute. 
Das Christuslicht leuchtet auf in Menschen, die sich vom Geist Jesu leiten lassen. Wir selber sind Träger dieses Lichtes.
Im Kinderlied ist dies so treffend ausgedrückt:
Tragt in die Welt nun ein Licht. Sagt allen, fürchtet euch nicht. Gott hat euch lieb, groß und klein. Schaut auf des Lichtes Schein!
Das ist der Sendungsauftrag von uns Christen: Seine Botschaft glaubwürdig leben; den Glauben im Alltag bezeugen.

Von Jesus Christus her sehen wir unser Leben in einem anderen Licht. Wir erkennen, dass jeder Mensch von seinem Schöpfer eine Würde hat, die ihm niemand nehmen darf und kann. Jeder Mensch ist Geschöpf Gottes, sein Ebenbild. Das wird ganz aktuell, wenn wir daran denken, wie Menschen zu Niedriglöhnen beschäftigt werden und kein Auskommen mehr finden für sich und ihre Familie. Oder einfach die Frage: Wie gehen wir miteinander um? Wie reden wir miteinander und übereinander? Sehen wir nur die Fehler des anderen und leben selber im Unschuldswahn?

2011-12-24 Christmette (09)Im Alltag zeigt sich, ob wir begriffen haben, was Weihnachten konkret bedeutet.
Und wie geht es uns mit den letzten Fragen:  Was ist unser Leben angesichts des Todes? Was zählt dann wirklich? Wie wollen wir am Ende unseres Lebens vor Gott dastehen? Kein Mensch kommt um diese Fragen herum.  - Im Blick auf Jesus kann uns ein Licht aufgehen und wir erkennen, worum es wirklich im Leben geht. Wir erahnen, wie kostbar und einmal jeder Mensch ist. Wir dürfen unser Leben, unser ewiges Leben nicht aufs Spiel setzen.

Die Spur des Lichtes von Bethlehem durchzieht die Geschichte der letzten zwei Jahrtausende in ihrem auf und ab. Und wir sind mitten drin. Da kann es auch in Ihrem und meinem Leben unerwartete Sternstunden geben: Da geht mir ein Licht auf! In all den Unsicherheiten finden wir plötzlich wieder Halt. Da geht uns SEIN LICHT auf.

Das ist Weihnachten, auch zweitausend Jahre danach. Denn heute ist euch der Heiland geboren!

 

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