Zum Vortrag „“Wald im Wandel“ im Pfarrheim St. Johannes begrüßte KAB-Vorsitzender Hermann Stadler zahlreiche Besucher, darunter Präses Gottfried Schubach und Pfarrvikar Jomet Joy. Ein besonderer Willkommensgruß galt dem Referenten, Forstdirektor a. D. Walter Schubach, der mit Tabellen und Bildern einen umfassenden und interessanten Einblick über den Zustand und die voraussichtliche Entwicklung unserer Wälder gab. Er erinnerte an die Hitzerekorde in diesem Jahr, die dazu führten, dass Flüsse und Seen austrockneten und die Schifffahrt auf Rhein und Donau eingestellt werden musste. Das Wasser wurde zu einem kostbaren Gut.

Weiter führte er aus, dass eine ausreichende Wasserversorgung auch für Bäume wichtig sei, um zu überleben und zu gedeihen.  Die anhaltenden Dürreperioden entzogen den Bäumen Wasser und machte sie anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Die geschwächten Bäumen waren für den Borkenkäfer ein leichtes Opfer und so sind durch Wasserknappheit und Borkenkäfer seit 2018 mehr als 11.000 Hektar Wald abgestorben. Bereits die beiden Dürrejahre 2018 und 2019 waren ein dramatischer Weckruf, dem weltweit weitere extreme und dramatische Witterungsereignisse folgten. Beispielhaft erinnerte er an die verheerenden Waldbränden in Australien, Südeuropa und Kanada, die Flutkatastrophe im Ahrtal (2021) sowie den Starkregen in der Region Valencia (2024).

Walter Schubach wies darauf hin, dass nach übereinstimmenden wissenschaftlichen Erkenntnissen die steigende Erderwärmung ursächlich für die steigenden Risiken zu tödlichen Fluten, Hitzewellen und Waldbrände sind. Zwar wollte die Weltgemeinschaft die Erderwärmung eigentlich bei 1,5 Grad stoppen. Von diesem Kurs ist sie aber laut einem UN-Bericht „gefährlich weit“ entfernt. Die Erde steuert demnach auf 2,8 Grad zu.

Ein Hoffnungsschimmer bleibt trotzdem. So haben u. a. die erneuerbaren Energien dreimal so schnell zugelegt, wie dies damals erwartet worden sei. Bereits eingeleitet sei ein klimagerecht gestalteter Umbau des Waldes mit klimastabileren Baumarten wie etwa Buchen, Weißtannen, Linden und Weiden. Beim Waldumbau sollten aber die Selbstheilungskräfte der Natur beachtet werden.

Am Ende des Vortrags gab es für den Referenten starken Applaus für die interessanten und aufrüttelnden Ausführungen.